Das Fan Projekt Berlin stellt sich vor:

Von 1984 bis 1987 existierte ein erstes Fan-Projekt Berlin mit einem wissenschaftlichen Auftrag und wurde vom Bundesjugendministerium finanziert. 1990 kam es dann zu einer Neuauflage sozial-pädagogischer Fanarbeit. Die veränderte politische und geographische Struktur – zurückzuführen auf die Wiedervereinigung Deutschlands- erforderte ein besonderes sozialpädagogisches Engagement.

Die zu Beginn der 90er Jahre insbesondere im Fußballgeschehen der fünf jungen Länder aufflackernde Aggressivität und Gewalt musste u. a. durch das Berliner Projekt aufgearbeitet werden.

Da Fußballanhänger, insbesondere die Problemgruppen der auffälligen, gewaltbereiten und gewaltsuchenden Jugendlichen, von der allgemeinen Jugendsozialarbeit oft nur unzureichend erreicht werden, entstandt als besondere Form der Jugend-/Sozialarbeit das Fan-Projekt, um dem Auftreten von Gewalt bei Fußballspielen zu begegnen.

Dieser Ansatz ist geeignet, vor allem Mitgliedern jugendlicher Problemgruppen bei der Bewältigung ihrer Schwierigkeiten zu helfen und sie vor abweichendem Verhalten zu bewahren. Außerdem soll die Arbeit des Fan-Projektes verhindern, dass insbesondere jüngere Jugendliche in derartige Problemgruppen abgleiten.

Es müssen dabei die vielfältigen Erscheinungsbilder, Handlungsmuster und Ausdrucksformen innerhalb der relevanten Fanszene berücksichtigt werden. Insbesondere durch kultur- und bildungspädadagogische Arbeit kann auf Dauer die Gewaltbereitschaft vermindert werden. Eine wesentliche Voraussetzung ist hierbei eine möglichst sportnahe Arbeitsweise.

In immer stärkerem Maße versteht sich das Projekt als Beratungseinrichtung und Vermittler zwischen den Fans und den im Fußball agierenden Vereinen und Institutionen. Der Unterstützung der Fans bei der Artikulierung und Wahrung ihrer Bedürfnisse und Wünsche kommt eine immer größere Bedeutung zu. Die Begleitung, Beratung und Unterstützung der Ultraszene bei der Organisation und Durchführung einer ersten bundesweiten Fan-Demonstration „zum Erhalt der Fankultur“, im Vorfeld der Pokalendspiele 2002 sei hier exemplarisch erwähnt.

Das Projekt arbeitet mit jugendlichen Fans von vier Berliner Vereinen (Hertha BSC, Union Berlin, Tennis Borussia und BFC Dynamo), die untereinander nicht gerade die innigste Freundschaft verbindet. Diese Tatsache macht die Alltagsarbeit nicht immer leicht.

Mit 3 Diplom-Sozialpädagogen und einem Diplom Sportpädagogen wird versucht, alle Fans der eben genannten vier Vereine zu Betreuen. Der Schwerpunkt liegt allerdings bei den Vereinen Hertha BSC und Union Berlin.

Zuständig und Ansprechpartner für die Fans von Hertha BSC und dem Verein sind:

Ralf Busch


Thomas Jelinski


Vorbereitung einer Internationalen Jugendbegegnung in Cadiz / Spanien im Oktober 2005

Nationale und internationale Fahrten, Fanbegegnungen und Fan-Freundschaftsspiele sind immer wieder Schwerpunkte der Fan Projekt Arbeit.

Turniere und regelmäßige Hallenangebote in verschiedenen Bezirken; Eistermine für Eishockey- und Fußballfans; Kulturangebote wie Fußball-Lesungen, Erzählcafes; drogenfreie U-18 Auswärtsfahrten, Gruppenreisen zu internationalen Turnieren, Individualhilfen und soziale Gruppenarbeit u.v.a.m. runden das Angebot des Projektes ab.

Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Landes und der Stadt Berlin, sowie dem DFB und der DFL. Träger ist die Sportjugend des Landessportbundes Berlin.

Grundlage der Arbeit ist das nationale Konzept Sport und Sicherheit, welches 1993 verabschiedet wurde.


Als Ausrichter des „Fan-Finales“, welches seit 1992 regelmäßig am Pokalendspielwochenende in Berlin stattfindet, hat sich das Berliner Fan-Projekt einen guten Ruf erworben. Dieses ab 2004 internationale dreitägige Fantreffen von fußballbegeisterten Jugendlichen beiderlei Geschlechts, platzt seit Jahren nahezu aus allen Nähten, so groß ist der Anmeldedrang der Fans.

Als außergewöhnlich ist die enge Zusammenarbeit mit dem British Council zu sehen. Die Kulturvertretung Großbritanniens, die in Berlin ihren Sitz hat, hat sich gemeinsam mit dem Fan-Projekt das Ziel gesetzt, Toleranz und Weltoffenheit bei jungen Menschen in Großbritannien und Deutschland zu fördern. Durch die Begeisterung für den Fußball werden Jugendliche aus beiden Hauptstädten angeregt, Teams, (Fan-) Kultur und Sprache des jeweils anderen Landes kennen zu lernen und Vorurteile zu überwinden. Verschiedene Begegnungsprogramme konnten so bereits gemeinsam koordiniert und ausgeführt werden.

Eine weitere Besonderheit stellt das pädagogische Engagement im Berliner Jugendfußball dar, wo das Projekt u.a. intensiv in Weiterbildungs- und Schulungsmaßnahmen des Berliner Fußballverbandes für Übungsleiter, Trainer und Ehrenamtliche zu den Themen Gewalt, Fairneß und Toleranz eingebunden ist.


Fanprojekt Berlin

Weißenseer Weg 51 - 55
13053 Berlin

TEL: 030 / 97 17 26 50
FAX: 030 / 98 60 79 88

e-mail: fanprojekt.berlin@t-online.de oder
fanprojekt@sportjugend-berlin.de